PROSTORIA UND ARCHITEKTUR

10.9.2025
Projekte

Hervorgegangen aus dem modernistischen Erbe Kroatiens, findet Prostoria ihre Inspiration in den Arbeiten der Architekten und Designer Vjenceslav Richter, Ivan Vitić, Bernardo Bernardi, Marijan Haberle und Niko Kralj. Ihre Vision – Architektur, Design und Kunst im Horizont menschlicher Erfahrung zusammenzuführen – prägt bis heute unseren Zugang zum Möbeldesign, der mit derselben Aufmerksamkeit für Funktionalität, Komfort und Alltagstauglichkeit entwickelt wird. In der modernistischen Kultur der Stadt Zagreb wurden Architektur, Kunst und Design als Teile eines gemeinsamen Systems verstanden.

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„Architektur, Kunst und Design sind keine voneinander getrennten Disziplinen. Nach dieser Auffassung sind Objekte keine isolierten Formen, sondern Elemente einer umfassenderen räumlichen Komposition. Ein Objekt erhält seine Bedeutung erst innerhalb eines Systems“, schrieb Vjenceslav Richter. 

 

Vatroslav Lisinski: Architektur als Ort sozialer Begegnung

Die Konzerthalle Vatroslav Lisinski entstand aus der Idee des Konzertbesuchs als gesellschaftlichem Ereignis. Anstelle eines einzelnen zentralen Foyers bildet ein umlaufender Ring öffentlicher Räume um die Halle eine Abfolge von Bereichen, die Bewegung, Begegnung und Ausblicke auf die Stadt ermöglichen.

Kockica: Synthese von Architektur und Kunst

Das als „Kockica“ bekannte Haus der soziopolitischen Organisationen des Architekten Ivan Vitić besticht durch seinen monumentalen kubischen Baukörper sowie durch eine eindrucksvolle Sammlung ortsspezifischer Kunstwerke, die in die Architektur integriert sind. Kunst erscheint hier nicht als dekoratives Element, sondern als wesentlicher Teil des räumlichen Konzepts des Gebäudes.

Rumänischer Pavillon, Zagreber Messe, 1956

Entworfen von dem in Zagreb unter dem Namen Ressu bekannten Architekten, ist dieses kompakte Gebäude ein markantes Beispiel des frühen Brutalismus. Seine dynamische, dreidimensionale Betonfassade steht im Kontrast zu einem ungewöhnlich komplexen Innenraum aus miteinander verbundenen Räumen unterschiedlicher Proportionen, dessen räumliche Vielfalt ihn zu einem geeigneten Ort für zahlreiche Kunst- und Designausstellungen machte, darunter auch solche des Museums für zeitgenössische Kunst in Zagreb.

Arbeiter- und Volksuniversität: Interieur als innere Stadt

Das Gebäude der Arbeiter- und Volksuniversität wurde als Netzwerk innerer „Straßen“, Treppen und Galerien konzipiert, das Bewegung und Begegnungen der Nutzer fördert. Das Interieur versteht sich als dreidimensionale Komposition, in der Architektur, Raum und Möbel eine zusammenhängende räumliche Einheit bilden.

Möbel im architektonischen Raum

In solchen Räumen werden Möbel zum Teil der architektonischen Komposition. Stühle, Sofas und Tische prägen die Art und Weise, wie Menschen den Raum nutzen — wie sie sitzen, einander begegnen und sich durch ihn bewegen.

Deshalb erscheinen zeitgenössische Objekte in solchen Interieurs nicht als Verweis auf die Vergangenheit, sondern als natürliche Fortsetzung einer Architektur, die von Anfang an als ein System von Beziehungen zwischen Raum, Objekten und Menschen gedacht ist.