Monk entstand im Rahmen einer breiteren architektonischen Vision für das Hotel Dubrovnik Palace. Im Jahr 2013, nach ihrer vielbeachteten Arbeit am Design Hotel Lone in Rovinj, nahm das Architekturbüro 3LHD die Neugestaltung der Hotelzimmer und des Restaurants in Angriff und ergriff damit die Gelegenheit, eine unverwechselbare Identität zu formulieren, die auf Kontext beruhte und nicht eine bloße Renovierung des Innenbereichs darstellte. Die Möbelstücke verstand man von Anfang an als Teil des architektonischen Ganzen.
Innerhalb dieses Rahmens nahm Monk als maßgeschneiderter Stuhl Gestalt an, entworfen vom Studio Grupa und umgesetzt von Prostorias Abteilung für Produktentwicklung und Produktion. Unter dem Einfluss des modernistischen Erbes der Region beruhte das Design eher auf Klarheit der Struktur und Zurückhaltung als auf Formensprache, und glich sich somit auf natürliche Art und Weise an die architektonische Logik des Raums an.
Monk wurde im engen Dialog mit dem Raum erarbeitet und kombinierte materielle Zurückhaltung, Komfort und eine ruhige, unaufdringliche Präsenz miteinander. Seine Klarheit und leichte Handhabung zeigten sehr bald ein Potenzial außerhalb seines ursprünglichen Umfeldes auf. Zu der Zeit arbeitete das Studio Grupa bereits mit Prostoria am 3angle Armsessel — einem der frühesten Produkte von Prostoria —zusammen. Diese gemeinsame Erfahrung, zusammen mit Prostorias Engagement für hausinterne Entwicklung und Herstellung, eröffnete die Möglichkeit, dass sich Monk von einer standortspezifischen Lösung zu einem Produkt entwickelte.
Anstatt nachträglich angepasst zu werden, ging der Stuhl auf natürliche Art und Weise in Produktion und behielt so die Qualitäten bei, die ihn innerhalb des architektonischen Kontexts bestimmt hatten.
Der Stuhl Monk schöpft aus dem modernistischen Erbe der Region, durch eine subtile Betonung von Klarheit, Ausgeglichenheit und Zurückhaltung. Das Design beruft sich nicht auf stilistische Referenzen, sondern fußt auf einem diszipliniertem Ansatz an die Bauweise, inspiriert durch die strukturelle Logik des Stuhls Lupina von Niko Kralj — nicht als förmliche Referenz, sondern als Denkweise. Dieser Ansatz ermöglicht es Monk, in verschiedenen Inneneinrichtungen anpassungsfähig, unaufdringlich und beständig zu bleiben.
“Our reference to modernism was never formal. It was structural. We „Unsere Referenz an den Modernismus war niemals förmlich. Sie war strukturell. Wir waren eher an Logik, Proportion und Konstruktion interessiert als am Erscheinungsbild.“
— Studio Grupa
Die im Jahr 2013 entwickelte Kollektion Monk bestand ursprünglich aus einem Polstersessel und einem Stuhl mit Holzbeinen, begleitet von einem dazu passenden Kaffeetisch. Die Konstruktion beruhte auf zwei miteinander verbundenen gebogenen Sperrholzschalen, die gepolstert und leicht elastisch waren und auf freien Holzbeinen standen. Diese Logik sorgte für einen stützenden und zugleich weichen Körper und wirkte dabei visuell zurückhaltend.
Frühe Einschränkungen bei der Fertigung spielten eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der Einfachheit des Designs — eine Qualität, die zu einer der wesentlichen Stärken des Stuhls Monk wurde und der Kollektion auch weiterhin die Richtung weist.
Von Anfang an als System ausgelegt, weitete sich Monk auf natürliche Art und Weise aus, wie die Produktionskapazitäten von Prostoria wuchsen. Die freie gepolsterte Schale ließ eine Entwicklung neuer Typen zu, wie etwa Metall-Kufengestelle für den Bürogebrauch, Drehsessel mit Rollen für Konferenzräume, Barhocker und später Tische und Bänke aus Massivholz.
Über sämtliche Variationen hinweg behält die Kollektion gleichbleibende Größenverhältnisse, Bequemlichkeit und einen stillen, wiedererkennbaren Ausdruck bei. Jedes neue Element erweitert das System, ohne dessen Kernlogik zu verändern.
Heute funktioniert Monk in einer breiten Palette von Innenräumen, vom Gastgewerbe über Arbeitsplatzumgebungen bis zu Wohnräumen. Sie passt sich an verschiedene Einsätze und Größenverhältnisse an und bewahrt dabei ihre Identität — eine Kollektion, die durch architektonisches Denken geformt, durch die Produktion verfeinert und durch den Gebrauch im Alltag bestätigt wird.
Text von Tatjana Bartakovic